Wie ist der Grand Canyon entstanden?
Ein Schotte hat dort eine Münze verloren.
Schottenwitze kennt in Deutschland fast jeder, und meistens geht es ums Sparen. Hier findest du Witze über Schotten, die jeden Penny zweimal umdrehen, dazu Witze über Kilt, Dudelsack, Whisky und ein Wetter, bei dem der Regenschirm eher Dekoration ist. Alles mit einem Augenzwinkern und ohne Häme, so wie man eben über Leute lacht, die man eigentlich ziemlich gern hat.
Wie ist der Grand Canyon entstanden?
Ein Schotte hat dort eine Münze verloren.
Ein Schotte steigt ins Taxi: „Was kostet es bis zum Bahnhof?“ „Zwölf Pfund.“ „Und der Koffer?“ „Den nehme ich umsonst mit.“
„Wunderbar. Dann fahren Sie bitte den Koffer, ich laufe nebenher.“
Ein Schotte schreibt an seine Zeitung: „Wenn Sie nicht endlich aufhören, Witze über geizige Schotten zu drucken …“
„… dann höre ich auf, mir Ihre Zeitung beim Nachbarn auszuleihen.“
Warum fahren Schotten nicht Karussell?
Man steigt genau da aus, wo man eingestiegen ist. Und dafür soll man auch noch bezahlen?
Wie trinkt ein Schotte seinen Tee?
Ein Beutel für die ganze Woche. Am Sonntag gibt es heißes Wasser mit Erinnerungen.
Warum wirft ein Schotte seinen alten Kalender nicht weg?
In ein paar Jahren passen die Wochentage wieder.
Ein Schotte findet auf dem Gehweg ein Hustenbonbon.
Er hustet erst einmal ausgiebig, damit es nicht verschwendet ist.
Ein Schotte friert. Seine Frau sagt: „Setz dich doch an den Ofen.“
„Und wenn mir dann immer noch kalt ist?“ „Dann machen wir ihn an.“
Ein Schotte schenkt seiner Frau zur Silberhochzeit eine Reise nach Amerika. Zur Goldenen Hochzeit fragt sie: „Und was schenkst du mir diesmal?“
„Ich hole dich wieder ab.“
Ein Schotte vereinbart mit seiner Mutter: Wenn er gut angekommen ist, lässt er zweimal klingeln und legt auf.
Seit dreißig Jahren telefonieren die beiden so jeden Sonntag. Gekostet hat es noch keinen Penny.
Ein Schotte und ein Schwabe gehen zusammen essen.
Sie sitzen heute noch da. Keiner wollte als Erster nach der Rechnung greifen.
Was bekommt ein schottisches Kind auf den Geburtstagskuchen?
Eine Kerze. Dieselbe wie letztes Jahr, nur ein bisschen kürzer.
Ein Schotte bringt zur Party eine Dose Shortbread mit.
Um Mitternacht packt er sie wieder ein. Ungeöffnet, damit sie bei der nächsten Feier auch noch frisch ist.
Ein Schotte im Schuhgeschäft: „Haben Sie die auch eine Nummer kleiner?“ „Die drücken dann aber.“
„Macht nichts. Dann ziehe ich sie seltener an, und sie halten länger.“
Warum sind Kilts kariert?
Auf Karos fällt ein Flicken nicht auf.
Was trägt ein Schotte unter dem Kilt?
Seine Schuhe.
Warum hat ein Kilt keine Hosentaschen?
Dann kann auch nichts herausfallen. Und keiner kommt auf die Idee, nach Kleingeld zu fragen.
Warum stimmt ein Schotte seinen Dudelsack nie?
Wer würde den Unterschied denn hören?
Was ist ein Gentleman?
Jemand, der Dudelsack spielen kann und es trotzdem lässt.
Ein Tourist fragt in Edinburgh: „Regnet es hier eigentlich immer?“
„Nein. Manchmal schneit es auch.“
Woran erkennt man den schottischen Sommer?
Der Regen ist ein bisschen wärmer.
Ein Schotte schaut morgens aus dem Fenster und sagt zu seinem Besuch: „Heute wird ein herrlicher Tag.“
„Der Regen kommt nur von oben.“
Warum hat ein Schotte keinen Regenschirm?
Bis er ihn aufgespannt hätte, wäre das Wetter schon wieder anders. Und gekostet hätte er auch was.
Warum zeigt sich Nessie so selten?
Sie weiß genau, dass die Schotten sonst sofort Eintritt verlangen würden.
Ein Schotte bestellt im Pub einen Whisky. „Mit Eis?“, fragt der Wirt.
„Bloß nicht. Das nimmt nur Platz im Glas weg.“
Was ist für einen Schotten schlimmer, als für einen Whisky zu bezahlen?
Zuzusehen, wie ein Tourist einen zwölf Jahre alten Single Malt mit Cola mischt.
Warum werfen die Schotten bei den Highland Games Baumstämme?
Hinterher nimmt jeder einen mit nach Hause. Brennholz für den Winter.
Warum haben die Schotten das Golfspiel erfunden?
Endlich ein Sport, bei dem gewinnt, wer am wenigsten verbraucht.
Wie lange sucht ein Schotte nach seinem verschlagenen Golfball?
Bis er ihn gefunden hat. Meistens findet er dabei noch zwei von den Engländern.
Warum gibt es in Schottland so viele alte Burgen?
Die Schotten haben nie eine abgerissen. Man weiß ja nie, ob man sie nochmal braucht.
Kaum ein Länderwitz ist so eng mit einer einzigen Eigenschaft verbunden wie der Schottenwitz. Der Schotte in diesen Witzen ist so sparsam, dass es schon fast an Erfindergeist grenzt. Er benutzt einen Teebeutel die ganze Woche lang, steckt seinem Kind jedes Jahr dieselbe Kerze auf den Geburtstagskuchen und schickt im Taxi lieber nur den Koffer auf die Reise. Mit echten Schotten hat das wenig zu tun. Wer schon einmal in Schottland Urlaub gemacht hat, erzählt hinterher meist von freundlichen Gastgebern und sehr viel Regen, aber selten von Geiz.
Woher das Klischee genau kommt, dazu gibt es verschiedene Erklärungen, und wir wollen uns hier auf keine festlegen. Innerhalb Schottlands bekommen übrigens oft die Leute aus Aberdeen den Ruf, besonders sparsam zu sein. Jede Region braucht eben Nachbarn, über die sie lachen kann. In Deutschland trifft es zum Beispiel die Schwaben, über die ganz ähnliche Witze erzählt werden. Einer unserer Witze bringt beide zusammen: Ein Schotte und ein Schwabe gehen essen und sitzen bis heute am Tisch, weil keiner als Erster nach der Rechnung greifen will. Mehr über Bausparvertrag und Kehrwoche liest du bei den Schwabenwitzen.
Wer nach Schotte Witze sucht, stößt schnell auf den mit dem Grand Canyon, der entstanden sein soll, weil ein Schotte dort eine Münze verloren hat. Der Witz ist kurz, und die Übertreibung ist so riesig, dass ihn niemand ernst nehmen kann. Gerade das macht ihn so freundlich. Erzähl ihn am besten ganz trocken, ohne Grinsen und ohne Vorrede, etwa beim Grillabend, wenn jemand vom letzten USA-Urlaub schwärmt. Die kleine Pause nach „Grand Canyon“ ist dabei wichtiger als jedes Wort danach.
Neben dem Sparen gibt es ein paar Dinge, die in keinem Schottenwitz fehlen dürfen. Das bekannteste ist der Kilt. Sein kariertes Muster heißt Tartan, und viele schottische Familien und Clans haben ihr eigenes. Vorne am Kilt hängt eine Felltasche, der Sporran, denn Hosentaschen hat ein Kilt nicht. Für Witzeerzähler ist das ein Geschenk, schließlich kann ohne Taschen auch kein Geld herausfallen. Und die ewige Frage, was ein Schotte unter dem Kilt trägt, beantworten wir oben in der Liste komplett jugendfrei.
Das zweite große Thema ist der Dudelsack. Wer einmal neben einer Pipe Band gestanden hat, weiß, wie laut so ein Instrument sein kann. Bei Hochzeiten, Paraden und Festen gehört er in Schottland einfach dazu, und gute Spieler üben dafür viele Jahre. Die Witze darüber sind Neckerei unter Freunden, etwa der Satz, dass ein Gentleman jemand ist, der Dudelsack spielen kann und es trotzdem lässt. Den kannst du ruhig auch einem echten Dudelsackspieler erzählen, der kennt ihn vermutlich längst. Noch mehr Sticheleien über Instrumente und ihre Spieler findest du bei den Musikerwitzen.
Bei den Highland Games treten Sportler in Disziplinen wie Steinstoßen, Tauziehen und Baumstammwerfen an. Der Baumstamm heißt Caber, und gewertet wird, ob er sich in der Luft überschlägt und möglichst gerade landet. Die Weite spielt dabei keine Rolle. Auch Golf gilt als schottische Erfindung, und der Old Course in St Andrews ist einer der ältesten Golfplätze der Welt. Kein Wunder also, dass sich gleich zwei unserer Witze um den kleinen weißen Ball drehen.
Whisky gehört zu Schottland wie der Kilt, und die Schotten nehmen ihn sehr ernst. Auf schottischen Flaschen steht übrigens „Whisky“ ohne e, in Irland und den USA schreibt man meistens „Whiskey“. In Schottland selbst bestellt kaum jemand einen „Scotch“, dort heißt er einfach Whisky. Unsere Witze dazu sind bewusst zurückhaltend. Es geht um Eiswürfel, die angeblich nur Platz im Glas wegnehmen, und um die Frage, ob man einen guten Single Malt mit Cola mischen darf.
Das zweite Dauerthema ist das Wetter. Schottland ist grün, und das hat seinen Grund. Regen gehört dort zum Alltag, und an manchen Tagen wechselt das Wetter mehrmals in einer Stunde. Die Witze über den Sommer, in dem der Regen ein bisschen wärmer ist, kannst du deshalb jedem Schottland-Urlauber mit auf den Weg geben, zusammen mit einer guten Regenjacke. Dazu kommt Nessie, das Ungeheuer von Loch Ness, das sich seit Jahrzehnten erfolgreich vor allen Kameras versteckt. In unserem Witz hat sie dafür einen sehr schottischen Grund.
Schottenwitze sind kurz, und die Pointe sitzt meist in einem einzigen Satz. Das macht sie praktisch für Momente, in denen nicht viel Zeit ist, etwa an der Supermarktkasse, wenn jemand lange nach dem Rabattcoupon kramt, oder im Büro, wenn die Kaffeekasse mal wieder leer ist. Ein Satz über den Schotten, der zur Party eine Dose Shortbread mitbringt und sie ungeöffnet wieder mit nach Hause nimmt, und schon lacht die halbe Abteilung.
Ein Tipp noch: Erzähl Witze über geizige Schotten nie so, als würdest du damit jemanden aus der Runde meinen. Sie funktionieren am besten, wenn alle über dieselbe Übertreibung lachen und keiner sich angesprochen fühlt. Wer gern übers Geld lacht, findet bei den Geldwitzen leere Konten und seltene Gehaltserhöhungen. Und wer Lust auf weitere Nachbarn hat, liest die Holländerwitze über Wohnwagen und Käse oder die Belgierwitze, bei denen es um Pommes und die Frage geht, wo Belgien eigentlich liegt.