Schäl: „Tünnes, wenn du en Million hätts, däts du mir de Hälfte jevve?“ „Klar.“ „Un wenn du zwei Autos hätts?“ „Krisste eins.“ „Un wenn du zwei Fahrräder hätts?“
„Nä, dat nit.“ „Wieso dat dann nit?“ „Zwei Fahrräder han ich!“
Kölner Witze leben vom Dialekt, vom Kölsch in der Stange und von zwei Herren namens Tünnes und Schäl. Hier findest du kölsche Witze über den Dom, den Köbes, den Klüngel und den Karneval, dazu ein paar freundliche Sticheleien Richtung Düsseldorf. Ein bisschen Kölsch ist auch dabei, aber so, dass man es ohne Wörterbuch versteht.
Schäl: „Tünnes, wenn du en Million hätts, däts du mir de Hälfte jevve?“ „Klar.“ „Un wenn du zwei Autos hätts?“ „Krisste eins.“ „Un wenn du zwei Fahrräder hätts?“
„Nä, dat nit.“ „Wieso dat dann nit?“ „Zwei Fahrräder han ich!“
Tünnes fällt in den Rhein und schreit: „Hilfe! Ich kann nit schwimme!“
Schäl schaut vom Ufer runter: „Wat schreist du esu? Ich kann och nit schwimme, un ich schrei doch och nit.“
Schäl fragt: „Tünnes, wat is wichtiger, de Sonn oder de Mond?“
„De Mond, eindeutig. De Sonn schingk jo nur, wenn et sowieso hell is.“
Tünnes kommt zum Bahnsteig gerannt, aber der Zug ist gerade weg. Er ist völlig aufgelöst.
Schäl: „Wie vill häste dä dann verpass?“ „Ein Minütche.“ „Dann dun doch nit esu, als wör et en Stund!“
Schäl: „Tünnes, du häs jo zwei verschiedene Socke an!“
Tünnes: „Jo. Un dat Verröckte is: Zo Hus han ich noch esu e Paar.“
Warum steht am Kölner Dom eigentlich immer irgendwo ein Gerüst?
In Köln sagt man, die Welt geht unter, wenn der Dom fertig ist. Und so ein Risiko geht hier keiner ein.
Warum hat der Bau vom Kölner Dom über 600 Jahre gedauert?
Vom 11.11. bis Aschermittwoch hat keiner gearbeitet. Und danach mussten sich alle erst mal erholen.
Wie bestellt man in einem Kölner Brauhaus ein Kölsch?
Gar nicht. Man setzt sich hin, den Rest erledigt der Köbes.
Wie sagt man in einer Kölner Kneipe, dass man nichts mehr trinken möchte?
Man legt den Bierdeckel aufs Glas. Wer das nicht weiß, sitzt um Mitternacht noch da und hat zwanzig Striche auf dem Deckel.
Ein Düsseldorfer bestellt im Kölner Brauhaus ein Alt.
Der Köbes schaut ihn lange an: „Alt jitt et hee nit. Ävver de Bahn noh Düsseldorf fährt alle zehn Minute.“
Gast im Brauhaus: „Ich hätte gern ein Glas Wasser.“
Köbes: „Wasser? Sin Se krank, oder wolle Se sich wäsche?“
Ein Bayer bekommt in Köln seine erste Stange Kölsch.
Er trinkt sie in einem Zug aus und fragt: „Schmeckt gut. Und wann kommt das Bier?“
Ein Hamburger fragt: „Ist Kölsch eigentlich eine Sprache oder ein Bier?“
Der Kölner: „Jo.“
Was ist für einen Kölner das Schönste an Düsseldorf?
Der Zug nach Köln.
Und was ist für einen Düsseldorfer das Schönste an Köln?
Das Schild „Düsseldorf 40 km“.
Woran erkennt man einen Kölner in Düsseldorf?
Er hat sich verfahren.
Was ist der Unterschied zwischen Köln und Düsseldorf?
Ein paar Kilometer Rhein und ein Streit, bei dem keiner mehr weiß, wer angefangen hat. Recht haben trotzdem beide.
Welche Jahreszeit mag ein Kölner am liebsten?
Die fünfte. Die anderen vier braucht er zum Vorbereiten.
Warum verteilt ein Kölner im Karneval so viele Bützje?
Ab dem ersten Bützje ist man kein Fremder mehr. Ab dem dritten ist man verwandt.
Was macht ein Kölner am Aschermittwoch?
Er isst Fisch, weint ein bisschen und zählt die Tage bis zum 11.11.
Was ist Klüngel?
Wenn man einen kennt, der einen kennt. In Köln heißt das Nachbarschaftshilfe.
Ein Zugezogener fragt, wie man in Köln am schnellsten eine Wohnung findet.
„Janz eifach. Du jehs en de Kneip, drinks e paar Kölsch mit de richtije Lück, un nächste Woch wohnste.“
Zwei Kölner treffen sich zufällig im Urlaub auf Mallorca.
Nach fünf Minuten wissen sie, aus welchem Veedel der andere kommt, welche Kneipe dort die beste ist und dass sie über drei Ecken verwandt sind.
Ein Zugezogener fragt seinen Kölner Kollegen: „Was machen wir, wenn das Projekt nicht rechtzeitig fertig wird?“
„Et hätt noch immer jot jejange.“ Ein Plan ist das nicht. Aber in Köln reicht es meistens.
Woran erkennt man, dass ein Kölner richtig im Stress ist?
Er sagt „Et kütt, wie et kütt“ ein bisschen schneller als sonst.
Was braucht ein Kölner Veedel zum Leben?
Eine Kirche, eine Kneipe und ein Büdchen. Über die Reihenfolge wird noch gestritten.
Ein Tourist bestellt in Köln einen „Halve Hahn“ und freut sich auf ein halbes Hähnchen. Er bekommt ein Roggenbrötchen mit Käse.
Beim nächsten Mal bestellt er zur Sicherheit „Kölsche Kaviar“. Er bekommt Blutwurst mit Zwiebeln.
Warum hat der 1. FC Köln einen Geißbock als Maskottchen?
Irgendeiner im Stadion muss ja nach jedem Spiel noch genauso entspannt gucken wie vorher.
Warum gibt es in Köln so viele Kirchen?
Irgendwo muss man ja beichten, was man im Karneval angestellt hat.
Ein Zugezogener fragt: „Was ist eigentlich ein Jeck?“
Der Kölner: „Dat bes du, dat ben ich, dat sin mer all. Jeder Jeck is anders.“
Wer Witze über Köln erzählt, kommt an diesen beiden nicht vorbei. Sie stammen aus dem Hänneschen-Theater, der traditionsreichen Kölner Puppenbühne, und stehen dort bis heute auf der Bühne. Tünnes ist der Gutmütige mit der dicken roten Nase, ein bisschen langsam, aber auf seine Art bauernschlau. Schäl hält sich für den Klügeren, und sein Name bedeutet auf Kölsch so viel wie schielend. Wer durch die Altstadt läuft, kann die zwei auch als Bronzefiguren besuchen. Die Nase vom Tünnes ist dort ganz blank, weil so viele Leute sie für Glück reiben.
Der Witz, in dem Tünnes in den Rhein fällt, zeigt gut, wie die beiden funktionieren. Tünnes schreit um Hilfe, und Schäl wundert sich nur, warum der so einen Lärm macht, er könne ja auch nicht schwimmen und schreie trotzdem nicht. Schäls Logik ist in sich völlig schlüssig und dabei komplett nutzlos. Dieses Muster steckt in vielen Witzen der beiden. Einer sagt etwas Vernünftiges, der andere antwortet mit einer Weisheit, die man erst beim zweiten Hinhören als Unsinn erkennt.
Kölsch ist in Köln Bier und Sprache zugleich, und man sagt gern, es sei die einzige Sprache, die man trinken kann. Für die Witze auf dieser Seite reichen ein paar Wörter. Ein Jeck ist ein Narr, und zwar im besten Sinne. Ein Bützje ist ein Küsschen auf die Wange, das Veedel ist das eigene Viertel und das Büdchen der Kiosk an der Ecke. Dazu kommen Sätze aus dem sogenannten Kölschen Grundgesetz, einer Sammlung von Lebensweisheiten, die halb im Scherz und halb im Ernst zitiert wird. „Et kütt, wie et kütt“ heißt, dass es kommt, wie es kommt. „Et hätt noch immer jot jejange“ bedeutet, dass es bisher noch immer gut gegangen ist. Und „Jeder Jeck is anders“ ist die kölsche Version von Toleranz.
Der Dom ist für die Kölner mehr als eine Kirche. Er ist Treffpunkt, Wegweiser und das Erste, was man vom Zug aus sieht, wenn man über die Hohenzollernbrücke nach Hause kommt. Gebaut wurde an ihm mit langen Unterbrechungen über 600 Jahre, und ganz ohne Gerüst sieht man ihn bis heute praktisch nie. In Köln erzählt man sich, dass die Welt untergeht, wenn der Dom einmal fertig ist. Einen besseren Grund für eine Dauerbaustelle haben wir noch nicht gehört.
In einem Kölner Brauhaus bestellt man sein Kölsch eigentlich gar nicht. Der Köbes, so heißt dort der Kellner mit der blauen Schürze, stellt einem einfach eine neue Stange hin, sobald die alte leer ist, und macht einen Strich auf den Bierdeckel. Erst wenn man den Deckel aufs Glas legt, ist Schluss. Wer das nicht weiß, wundert sich am Ende über die vielen Striche. Der Köbes ist für seine ruppige Art bekannt. Davon lebt der Witz mit dem Gast, der ein Wasser bestellt und gefragt wird, ob er krank ist oder sich waschen will. Das klingt frech, ist aber herzlich gemeint. Ein Tipp für Besucher: Im Brauhaus nie nach Pils oder Alt fragen, es sei denn, du willst einen Kölner Witz aus erster Hand erleben.
Auch die Speisekarte im Brauhaus liest man besser mit etwas Vorsicht. Ein Halve Hahn klingt nach einem halben Hähnchen, auf dem Teller liegt dann aber ein Roggenbrötchen mit einem dicken Stück Käse, Senf und Zwiebeln. Kölsche Kaviar ist Blutwurst mit Zwiebeln, und Himmel un Ääd heißt Himmel und Erde, also Apfelmus und Kartoffelpüree, meistens mit gebratener Blutwurst. Wer sich darüber zum ersten Mal wundert, liefert dem Köbes gleich den nächsten Witz.
Zwischen Köln und Düsseldorf liegen nur ein paar Dutzend Kilometer Rhein, gefühlt aber ganze Welten. In Köln trinkt man Kölsch, in Düsseldorf Altbier. In Köln ruft man „Alaaf“, in Düsseldorf „Helau“. Woher die Rivalität kommt, dazu gibt es mehrere Geschichten, und eigentlich ist das auch egal. Gepflegt wird sie vor allem an der Theke, und zwar von beiden Seiten mit großer Freude. Damit es fair bleibt, steht auf dieser Seite auch ein Witz aus Düsseldorfer Sicht, der mit dem Schild an der Autobahn. Wir finden ihn ziemlich gut, auch wenn wir ihn in Köln lieber leise erzählen.
Die fünfte Jahreszeit beginnt am 11.11. um 11:11 Uhr und endet am Aschermittwoch. Dazwischen schunkeln Wildfremde Arm in Arm, verteilen Bützje und singen Lieder, deren Text jeder kennt, auch wenn er das restliche Jahr kein Wort Kölsch spricht. Mehr Witze über Kostüme, Prunksitzungen und Kamelle findest du bei den Karnevalswitzen. Typisch kölsch ist auch der Klüngel. Gemeint ist das Prinzip „Man kennt sich, man hilft sich“, also das Netz aus Nachbarn, Vereinsfreunden und Leuten, die man aus der Kneipe kennt. Ob das noch Nachbarschaftshilfe ist oder schon ein bisschen mehr, darüber lachen die Kölner am liebsten selbst.
Köln ist nicht die einzige Gegend mit eigenem Humor. Über Weißwurst, Lederhosen und bayerische Gemütlichkeit wird bei den Bayernwitzen gelacht. Die Hauptstadt hat ihre ganz eigene Schnauze, nachzulesen bei den Berlinerwitzen. Wer sparsame Tüftler mag, ist bei den Schwabenwitzen richtig, und ganz im Norden warten die wortkargen Ostfriesenwitze.
Unser Tipp zum Schluss: Kölner Witze klingen am besten mit ein bisschen Dialekt. Wer kein Kölsch kann, sollte es aber nicht krampfhaft versuchen, dann lieber auf Hochdeutsch mit rheinischer Gelassenheit. Ein schlecht nachgemachter Akzent fällt im Rheinland schneller auf als ein Düsseldorfer im Brauhaus.