Warum sprechen Sachsen so?
Weil Hochdeutsch ihnen zu langweilig ist.
Warum sprechen Sachsen so?
Weil Hochdeutsch ihnen zu langweilig ist.
Ein Sachse in Hamburg. Der Hamburger versteht kein Wort.
Sagt der Sachse: "Isch rede doch Deutsch!" "In welcher Sprache?" "Na in sächsisch!"
Was macht den Sachsen aus?
Der Dialekt. Und die Sturheit. Und das Herz auf dem rechten Fleck.
Warum wandern so viele Sachsen aus?
Sie wandern nicht aus. Sie besuchen nur mal kurz.
Ein Sachse bestellt im Restaurant.
Der Kellner: "Ich verstehe Sie leider nicht." Sachse: "Ei, isch hab doch extra laut geredet!"
Sachse zum Arzt: „Mir dut alles weh."
Arzt: "Können Sie das genauer beschreiben?" "Alles. Ei, alles halt."
Wie erkennt man einen Sachsen in einer fremden Stadt?
Man hört ihn.
Was ist das Schwierigste für einen Sachsen?
Dem Rest der Welt erklären dass er Deutsch spricht.
Sachse zum Berliner: „Ihr redet aber komisch."
Berliner: "Ick? Ick rede komisch?" "Ei, ja."
Warum sind Dresdner so stolz auf ihre Stadt?
Weil sie recht haben.
Wie heißt der beliebteste Sachse?
Alle. Weil sie alle gleich klingen.
Ein Gast im Leipziger Café beschwert sich: „Der Kaffee ist aber sehr dünn.“
Die Kellnerin: „Nu, dafür sehn Se ooch das scheene Blümchen am Tassenboden.“
Wie viele Bedeutungen hat das sächsische „Nu“?
Alle. Ob es Ja, Nein oder Vielleicht heißt, regelt die Betonung.
Diktat in einer Chemnitzer Grundschule. Die Lehrerin sagt: „Paket schreibt man vorne mit P.“
Meldet sich ein Junge: „Mit dem harden B oder mit dem weechen?“
Ein Dresdner prahlt: „Mir ham de Elbe!“
Der Leipziger zuckt mit den Schultern: „Nu und? Mir ham den Bach.“
Ein Sachse an der Würstchenbude in Köln: „Gänsefleisch mal Senf druffmachen?“
Der Verkäufer: „Gans hab ich nicht, nur Bratwurst.“ Der Sachse, ganz langsam: „Gönnse. Vleisch. Mal. Senf. Druffmachen.“
Ein Sachse im Reisebüro: „Ich hätte gern zwee Wochen Bortugal.“ Die Angestellte fragt nach: „Portugal mit P?“
„Nee, mit’m Flieger.“
Zwei Leipziger treffen sich auf der Straße. „Nu?“ „Nu.“ „Nu, nu.“ „Nu dann.“ Zu Hause fragt die Frau: „Und, was gibt’s Neues?“
„Der Gerd hat ä neues Auto, seine Tochter heiratet im Mai, und dem Hund geht’s wieder besser.“
Was ist der Unterschied zwischen Dresdnern und Leipzigern?
Dresdner sagen: „Bei uns ist es schön.“ Leipziger sagen: „Bei uns ist was los.“ Gemeint ist in beiden Fällen: „Bei euch nicht.“
Ein Tourist hört am Leipziger Hauptbahnhof die Durchsage: „Dor Zuch nach Dräsdn fährt heude von Gleis zwee.“ Er geht zur Information.
„Und von welchem Gleis fährt der nach Dresden?“
Ein Leipziger bewirbt sich beim Radio als Sprecher.
Nach der Sprechprobe sagt die Chefin: „Schöne Stimme. Aber bei Ihnen klingt jede Unwetterwarnung wie eine Einladung zum Kaffee.“
Warum guckt der Nussknacker aus dem Erzgebirge immer so grimmig?
Er knackt seit Generationen Nüsse und hat noch nie eine abgekriegt.
Ein Sachse bestellt in Rom „eenen Gaffee“ und bekommt einen Espresso. Er guckt lange in das winzige Tässchen.
Dann winkt er den Kellner heran: „Nu, da machen Se ma noch neun Stück davon. In ä Kanne.“
Was lernen Kinder in Sachsen im Deutschunterricht über ein, eine, einen und einem?
Dass man auf Hochdeutsch vier Wörter für „ä“ braucht. Und dass das ganz schön umständlich ist.
Eine Touristin aus München fragt in einer Dresdner Bäckerei: „Was ist eigentlich eine Eierschecke?“
Die Verkäuferin legt ihr wortlos ein Stück auf den Teller: „Nu, so was erklärt man nich. So was isst man.“
Ein Dresdner verpasst die Straßenbahn um drei Sekunden. Er ballt die Faust, holt tief Luft und flucht, so laut er kann:
„Ei verbibbsch!“ Danach muss er sich erst mal hinsetzen. So viel Wut ist er nicht gewohnt.
Der kleine Paul aus Chemnitz guckt Nachrichten und fragt: „Mudder, warum reden die im Fernsehen alle so gomisch?“
„Nu, die armen Leute kommen halt nich von hier.“
Ein Tourist wundert sich, dass ihm im Erzgebirge jeder „Glück auf!“ wünscht.
Abends ruft er besorgt zu Hause an: „Ich glaube, die haben hier irgendwas mit mir vor.“
Ein Sachse buchstabiert der Hotline in Frankfurt seinen Wohnort: „Gemnitz. G wie Gaffee, E wie Erzgebirge, M wie Mudder …“
Das Paket geht an „Gemnitz“. Angekommen ist es trotzdem. Der Postbote ist auch Sachse.
Leipziger nennen ihre Stadt gern Klein-Paris. Dresdner sagen zu ihrer lieber Elbflorenz.
Und Chemnitzer sagen einfach Chemnitz. Die müssen sich keinen Namen von woanders borgen.
Ein Zwickauer stellt sein Navi auf Sächsisch um.
Jetzt sagt es nicht mehr „Bitte wenden“, sondern: „Nu, da simmer wohl falsch. Erst ma ä Gaffee?“
Was ist für einen Sachsen richtiger Stress?
Der Besuch klingelt schon, und dor Gaffee is alle.
Ein Leipziger schenkt seinem Dresdner Kollegen zu Weihnachten einen Stollen von seinem Lieblingsbäcker in Leipzig. Der Dresdner bedankt sich und liest das Etikett.
„Nu, scheen. Und was is das für ä Kuchen?“
Ein Tourist fragt im Erzgebirge: „Was machen Sie eigentlich im Sommer?“
„Schnitzen. Für Weihnachten.“
Ein Berliner fragt in Dresden nach dem Weg zur Frauenkirche. Der Dresdner erklärt ihm den Weg, dann die Geschichte der Kirche, dann, wo es den besten Kuchen gibt, und lädt ihn gleich auf einen Kaffee ein.
Als der Berliner ankommt, ist die Kirche schon zu. Dafür hat er zwei Stück Kuchen gegessen und eine Einladung zur Silberhochzeit in der Tasche.
Warum klingt Gemütlichkeit auf Sächsisch noch gemütlicher?
„Gemiedlichgeid.“ Da sind sogar die harten Buchstaben weich geworden.
Ein Sachse bestellt im Strandcafé auf Usedom. Der Kellner antwortet in bestem Sächsisch. „Nu, Se sin ooch aus Sachsen?“
„Nee, von hier. Aber nach zwanzig Sommern mit Ihren Landsleuten kommt das von alleene.“
Wie lange bleiben im Erzgebirge die Schwibbögen im Fenster?
Offiziell bis Anfang Februar. Bei manchen bis zum nächsten Advent, weil sich das Abbauen dann nicht mehr lohnt.
Ein Kölner ist bei einem Dresdner zum Kaffee eingeladen. „Und, wie lebt es sich so in Sachsen-Anhalt?“, fragt er freundlich.
Der Gastgeber sagt nichts. Er nimmt nur ganz ruhig das Stück Kuchen vom Teller des Kölners wieder zurück.
Was weiß in Sachsen jedes Kind?
„Mir Sachsen sin helle, das weeß de ganze Welt. Und sin mir mal nich helle, dann hammer uns verstellt.“
Ein Leipziger kauft sich einen Sprachassistenten. Die ersten zwei Wochen versteht das Ding kein einziges Wort.
Inzwischen versteht es ihn prima. Dafür versteht es seinen Schwiegersohn aus Hamburg nicht mehr.
Ein Erzgebirger zieht nach Hamburg. Am ersten Advent stellt er Schwibbogen, Pyramide, Nussknacker, Bergmann, Engel und sieben Räuchermännchen ins Fenster.
Am nächsten Tag fragen die Nachbarn, wann er den Laden aufmacht.
Ein Leipziger besucht zum ersten Mal Dresden und sagt anerkennend: „Nu, hübsch habt ihr’s hier. Wie im Museum.“
Der Dresdner strahlt. Als Kompliment war das eigentlich nicht gemeint.
Was ist der Unterschied zwischen der Schweiz und der Sächsischen Schweiz?
In der Schweiz wird oben auf dem Gipfel gejodelt. In der Sächsischen Schweiz packt man die Thermoskanne aus und sagt: „Nu, scheen.“
Ein Hannoveraner wohnt seit drei Wochen in Dresden und probiert auf dem Wochenmarkt zum ersten Mal Sächsisch.
Die Marktfrau hört sich das freundlich an. Dann antwortet sie ihm ganz langsam und deutlich auf Hochdeutsch, damit er sich nicht so anstrengen muss.
Sachsenwitze funktionieren oft ohne viel Aufbau. Der sächsische Dialekt macht schon die halbe Arbeit. Das weiche Sächsisch, die Art, wie Vokale gezogen werden, das „Ei“, das alles bedeuten kann, die Fragestruktur, die auch in Aussagen steckt: Das klingt für den Rest Deutschlands komisch. Und Sachsen wissen das. Manche nehmen es gelassen, manche nicht. Beides liefert Witze.
Dabei sind Sachsenwitze selten bösartig. Sie lachen über die Sprache mehr als über die Menschen. Und die Sprache bietet wirklich viel Material. Ein Satz auf Sächsisch klingt oft gemütlicher, als er gemeint ist. Wer das nicht weiß, hält eine Beschwerde schnell mal für ein Kompliment.
Ein kleines Thema innerhalb der Sachsenwitze ist der ewige Vergleich zwischen Dresden und Leipzig. Dresdner finden ihre Stadt schöner. Leipziger finden ihre Stadt cooler. Beide haben irgendwie recht. Und beide würden das dem anderen nie zugeben. Diese Rivalität ist völlig harmlos, wird aber auf beiden Seiten mit großer Hingabe gepflegt.
Sachsenwitze ergänzen sich gut mit DDR-Witzen weil Sachsen ein zentrales Bundesland der ehemaligen DDR war. Und Berliner Witze bieten den Gegenpol aus der Hauptstadt.
Zum Glück können Sachsen selbst gut über Sachsenwitze lachen. Wer seinen eigenen Dialekt kennt und liebt, der lacht über Witze darüber anders als jemand der ihn nie gehört hat. Die besten Sachsenwitze kommen deshalb oft von Sachsen selbst. „Ei, das stimmt ja!“ ist dann das größte Lob.