Warum hat Odysseus zehn Jahre für den Heimweg gebraucht?
Er wollte nicht nach dem Weg fragen.
Griechenwitze haben die beste Vorlage der Welt: Götter mit Temperament, Helden mit Orientierungsproblemen und Philosophen, die in Tonnen wohnen. Hier findest du Witze über Griechen, ihre Mythologie, die Taverne um die Ecke, Ouzo, Sirtaki und die griechische Mama, die dich niemals hungrig gehen lässt. Alles liebevoll gemeint und mit so viel Gelassenheit erzählt, wie es sich für Griechenland gehört.
Warum hat Odysseus zehn Jahre für den Heimweg gebraucht?
Er wollte nicht nach dem Weg fragen.
Odysseus kommt nach zwanzig Jahren endlich nach Hause. Penelope schaut ihn lange an.
„Und? Hast du wenigstens Brot mitgebracht?“
Warum geht Medusa so selten zum Friseur?
Die Friseure sind nach dem ersten Blick wie versteinert. Außerdem beißen die Locken.
Warum gibt es das Orakel von Delphi heute nicht mehr?
Es hat umgeschult. Jetzt macht es die Wettervorhersage.
Herkules soll an einem einzigen Tag den riesigen Stall des Augias ausmisten.
Er leitet einfach zwei Flüsse hindurch. Der erste Hochdruckreiniger der Geschichte.
Warum sind Familienfeste auf dem Olymp so anstrengend?
Wenn Zeus sich aufregt, fliegen nicht die Fetzen, sondern die Blitze.
Warum haben die Trojaner das große Holzpferd in die Stadt gelassen?
Es stand „Gratis“ drauf.
Warum trug Achilles nie Flip-Flops?
Er kannte seine Schwachstelle.
Wie würde man Sisyphos heute nennen?
Jemand, der versucht, sein E-Mail-Postfach leer zu bekommen.
Wer hat das Selfie erfunden?
Narziss. Nur dass er dafür noch einen Teich brauchte.
Sokrates sagt: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“
Xanthippe: „Praktisch. Dann weißt du ja auch nicht, dass heute Müllabfuhr ist.“
Warum wohnte Diogenes in einer Tonne?
Er hatte als Erster den Athener Mietspiegel gelesen.
Diogenes läuft am helllichten Tag mit einer Laterne durch Athen und ruft: „Ich suche einen Menschen!“
Ein Wirt winkt aus der Taverne: „Komm rein, wir sind zu zwölft, einer passt noch!“
Warum rief Archimedes in der Badewanne „Heureka“?
Er hatte endlich die Seife gefunden.
Was bestellt ein Grieche in einem griechischen Restaurant in Deutschland?
Gar nichts. Er erklärt dem Wirt, wie seine Mama das kocht.
Woran erkennt man den richtigen Griechen um die Ecke?
Du bestellst einen kleinen Salat und gehst drei Stunden später mit einem neuen Freund und dem Rezept seiner Oma nach Hause.
Woran merkt man am Montag im Büro, wer am Wochenende beim Griechen war?
Man muss ihn nicht sehen. Man weiß es schon im Aufzug.
Warum fängt der Sirtaki so langsam an?
Damit die Touristen glauben, dass sie es können.
Warum zerschlagen Griechen beim Feiern Teller?
Abspülen war ihnen zu langweilig.
Ein Tourist fragt auf Kreta einen alten Mann, wie er zum Hafen kommt.
Drei Stunden später sitzt er mit der ganzen Familie am Tisch. Den Hafen hat er immer noch nicht gefunden, aber er ist jetzt Taufpate.
Ein Tourist fragt am Anleger: „Wann kommt die Fähre?“ Der Grieche lächelt: „Siga siga.“
„Und was heißt das?“ „Dass du Zeit für einen Kaffee hast. Vielleicht für zwei.“
Ein Grieche zieht mit Mitte dreißig endlich bei seinen Eltern aus.
Seine Mama weint drei Tage. Dann zieht sie in die Wohnung nebenan.
Wie viele Gäste kommen zu einer griechischen Taufe?
Alle. Und wer nicht eingeladen war, kommt später und bringt noch jemanden mit.
Warum heißen in griechischen Familien so viele Leute gleich?
Weil die Kinder nach den Großeltern benannt werden. Ruf auf einem Familienfest „Giorgos!“ und die halbe Gesellschaft dreht sich um.
Du sagst einer griechischen Mama, dass du keinen Hunger hast.
„Gut, dann mach ich dir nur eine Kleinigkeit.“ Die Kleinigkeit hat vier Gänge.
Woran erkennt der griechische Kellner die deutschen Urlauber?
Sie fragen um sechs, wann es Abendessen gibt. Um zehn, wenn die Griechen essen gehen, schlafen sie schon.
Ein Deutscher fragt in der Taverne: „Ist der Ouzo im Preis drin?“ Der Wirt sagt: „Ne.“
Der Deutsche zahlt brav extra. Dabei heißt „ne“ auf Griechisch „ja“.
Warum tun sich Deutsche mit Griechisch so schwer?
Sie kennen jeden Buchstaben aus dem Matheunterricht. Und genauso viel Lust haben sie auch drauf.
Warum haben die alten Griechen die Olympischen Spiele erfunden?
Irgendwer musste ja beweisen, dass man nach dem dritten Gang noch laufen kann.
Was sagen Engländer, wenn sie etwas nicht verstehen?
„It's all Greek to me.“ Und die Griechen? Die sagen: „Das ist für mich Chinesisch.“
Griechenwitze haben einen Vorteil, den kaum eine andere Kategorie hat: Die Vorlage ist uralt und steckt voller Pointen. Zeus wirft mit Blitzen, wenn ihm etwas nicht passt, Hera behält alles im Blick, und auf dem Olymp ist die Verwandtschaft so groß und so zerstritten wie auf jeder ordentlichen Familienfeier. Odysseus braucht für den Heimweg aus Troja zehn Jahre, Herkules mistet einen Stall mit zwei Flüssen aus, und Medusa hat ein Frisurenproblem, gegen das kein Haarspray hilft.
Herkules ist sozusagen der Urahn aller Chuck-Norris-Witze: Was er anpackt, gelingt, egal wie absurd die Aufgabe ist. Er erwürgt schon als Baby zwei Schlangen, hält zwischendurch den Himmel fest und holt den dreiköpfigen Höllenhund aus der Unterwelt, nur um ihn danach brav wieder zurückzubringen. Dass er nebenbei auch noch den Stall des Augias sauber bekommt, macht ihn zum heimlichen Lieblingshelden aller Eltern mit Teenagern im Haus.
Ein Dauerbrenner ist das Orakel von Delphi. Wer dort eine Frage stellte, bekam eine Antwort, die man so oder so verstehen konnte. Der berühmteste Fall: Ein König erfuhr, er werde ein großes Reich zerstören, wenn er in den Krieg ziehe. Er zog los und zerstörte tatsächlich ein großes Reich, nämlich sein eigenes. Heute würde man so etwas wohl Horoskop nennen.
Die alten Griechen haben nicht nur die Philosophie erfunden, sondern auch jede Menge Stoff für Witze geliefert. Sokrates behauptete, er wisse nur, dass er nichts wisse, und seine Frau Xanthippe gilt seit über zweitausend Jahren als Inbegriff einer Ehefrau, die das nicht mehr hören konnte. Diogenes wohnte in einer Tonne, lief am hellen Tag mit einer Laterne herum und soll Alexander dem Großen gesagt haben, er möge ihm aus der Sonne gehen. Wer davon nicht genug bekommt, findet mehr bei den Philosophiewitzen.
Auch das Wort Komödie ist griechisch. Im antiken Athen traten bei großen Festen Komödiendichter gegeneinander an, und der bekannteste von ihnen, Aristophanes, nahm dabei kein Blatt vor den Mund. In einem seiner Stücke lässt er Sokrates in einem Korb über der Bühne schweben, damit er den Wolken näher ist. Sokrates soll bei der Aufführung im Publikum aufgestanden sein, damit alle Original und Kopie vergleichen konnten. Wer so über sich selbst lachen kann, hat die Philosophie wirklich verstanden.
Die älteste erhaltene Witzesammlung der Welt ist auf Griechisch geschrieben. Sie heißt „Philogelos“, also Lachfreund, und stammt aus der Spätantike. Viele Witze darin drehen sich um einen zerstreuten Gelehrten, der ständig um die Ecke denkt. Einer der bekanntesten geht so: Ein Barbier fragt seinen Kunden, wie er die Haare geschnitten haben möchte. Die Antwort: „Schweigend.“ Funktioniert heute noch, in jedem Friseursalon. Die Griechen haben also nicht nur Demokratie und Theater hinterlassen, sondern auch Witze, die nach weit über tausend Jahren noch zünden.
Wer einmal beim Griechen um die Ecke gegessen hat, kennt das Ritual: Brot und Tsatsiki stehen auf dem Tisch, bevor man bestellt hat, die Portionen sind großzügig und am Ende kommt ein Ouzo, um den keiner gebeten hat. Gastfreundschaft hat in Griechenland sogar einen eigenen Namen: Filoxenia, wörtlich die Liebe zum Fremden. Schon in den alten Sagen galt es als Pflicht, Gäste zu bewirten, bevor man sie überhaupt nach ihrem Namen fragte.
Im Mittelpunkt steht dabei oft die Mama. Sie kocht, als käme die ganze Nachbarschaft vorbei, und misst Liebe am liebsten in Portionen. Viele Witze über Griechen drehen sich genau darum, und kein Grieche nimmt sie übel. Meistens kommt eher noch eine Geschichte über die eigene Mama dazu, die alles übertrifft. Wer selbst so eine Mutter hat, findet sich bestimmt auch in den Elternwitzen wieder.
„Siga siga“ heißt wörtlich „langsam, langsam“ und ist mehr Lebensgefühl als Redewendung. Mittags wird es still, Kaffee trinkt man im Sitzen und nicht im Gehen, und ein Gespräch endet erst, wenn wirklich alles gesagt ist. Für gestresste Urlauber aus Deutschland ist das am ersten Tag ungewohnt und am letzten Tag das, was sie am meisten vermissen. Der Sirtaki übrigens ist jünger, als viele denken: Er wurde erst in den Sechzigern für einen Kinofilm erfunden und ist trotzdem der bekannteste griechische Tanz der Welt.
Ob man sie Griechen Witze, Griechenwitze oder griechische Witze nennt: Am besten funktionieren sie unter Leuten, die das Land kennen und mögen. Ein paar Wörter helfen dabei. „Kalimera“ heißt guten Morgen, „Efcharistó“ danke und „Jamas“ prost. Und wenn ein Grieche „Opa!“ ruft, meint er nicht seinen Großvater, sondern feiert gerade etwas oder hat etwas fallen lassen.
Wer schon mal auf einer griechischen Insel Urlaub gemacht hat, kennt die kleinen Eigenheiten, über die man zu Hause noch lange lacht. Im Kafenio sitzen die älteren Herren beim Tavli und kommentieren jeden Zug, als ginge es um die Weltmeisterschaft. Am Hafen wohnen gefühlt mehr Katzen als Menschen, und jede hat ihren Stammplatz vor der Taverne. Und wer nach dem Urlaub beim Lieblingsgriechen um die Ecke plötzlich auf Griechisch bestellt, wird dafür garantiert mit einem Lächeln belohnt.
Für die Reise selbst gibt es bei uns passende Urlaubswitze. Wer Länderwitze mag, die genauso liebevoll gemeint sind, schaut bei den Holländerwitzen oder den Belgierwitzen vorbei. Und wer nach dem Lesen plötzlich Hunger auf Gyros hat: Das ist kein Zufall, das ist griechische Gastfreundschaft auf Distanz.