Zwei Psychologen begegnen sich auf der Straße. Sagt der eine: „Guten Tag.“
Denkt der andere: „Was er wohl damit meint?“
Psychologenwitze drehen sich um Menschen, die beruflich zuhören und trotzdem selten eine klare Antwort geben. Hier findest du Witze über Psychologen, über die berühmte Couch, über Sitzungen, die nach fünfzig Minuten enden, und über die Frage aller Fragen: „Und wie fühlen Sie sich dabei?“ Gelacht wird über die Therapeuten und ihre Eigenheiten, nicht über die Menschen, die zu ihnen kommen.
Zwei Psychologen begegnen sich auf der Straße. Sagt der eine: „Guten Tag.“
Denkt der andere: „Was er wohl damit meint?“
Die Tochter des Therapeuten kommt mit einer Fünf in Mathe nach Hause. Der Vater fragt sanft: „Und wie fühlst du dich dabei?“
„Ganz gut. Solange du fragst und nicht Mama.“
Wann dauert eine Stunde nur fünfzig Minuten?
Beim Therapeuten. Bezahlt wird trotzdem die ganze.
Warum liegt man beim Psychoanalytiker auf der Couch?
Damit man nicht sieht, wie er auf die Uhr schaut.
Auf einer Party erfährt ein Gast, dass seine Gesprächspartnerin Psychologin ist. „Oh je. Analysierst du mich jetzt etwa?“
„Nein, ich hab frei. Aber du hast in fünf Minuten viermal deine Mutter erwähnt.“
Was ist ein Freud'scher Versprecher?
Wenn man das eine sagt und die Mutter meint.
Der Psychologe zeigt einem Handwerker einen Tintenklecks. „Was sehen Sie darin?“
„Einen Wasserschaden. Das wird teuer, da muss die ganze Wand raus.“
Patient: „Warum beantworten Sie eigentlich jede Frage mit einer Gegenfrage?“
Therapeut: „Was glauben Sie denn, warum ich das tue?“
Wie viele Sitzungen braucht man, bis man mit sich im Reinen ist?
Immer genau eine mehr, als die Krankenkasse bezahlt.
Paartherapie. Sie: „Mein Mann redet nie mit mir.“ Die Therapeutin schaut ihn fragend an.
Er: „Ich wollte sie nicht unterbrechen.“
Zu wem geht ein Therapeut, wenn er selbst Probleme hat?
Zu einer Kollegin. Die kommt dafür nächste Woche zu ihm, und am Jahresende geht die Rechnung plus minus null auf.
Was ist der Unterschied zwischen einem Psychiater und einem Psychologen?
Der Psychiater hat einen Rezeptblock. Der Psychologe hat nur einen Notizblock, aber den kriegt er schneller voll.
Der Therapeut schreibt die ganze Sitzung eifrig mit. Als er kurz rausgeht, wirft der Patient einen Blick auf den Block.
Da steht: „Milch, Eier, Brot. Auto zur Werkstatt.“
Patient: „Ich rede jetzt seit einer halben Stunde, und Sie sagen gar nichts.“
Therapeut: „Doch, gleich. Hundertzwanzig Euro.“
Werden Psychologen eigentlich auch mal wütend?
Natürlich. Sie nennen es nur „eine interessante Gegenübertragung“.
Ein Psychologiestudent im ersten Semester erklärt beim Sonntagsessen, warum Opa sich immer das größte Stück Braten nimmt. Es gehe um Kontrolle, Status und frühe Prägung.
Opa: „Nein. Ich hab ihn bezahlt.“
Woran erkennt man einen Therapeuten am Telefon?
Er sagt „Mhm“ in vier verschiedenen Tonlagen, und du fühlst dich jedes Mal verstanden.
Warum steht beim Therapeuten immer eine Packung Taschentücher auf dem Tisch?
Für den Moment, in dem die Rechnung kommt.
Ein Patient legt sich auf die Couch und schläft nach zwei Minuten ein. Der Therapeut lässt ihn.
Nach fünfzig Minuten weckt er ihn sanft: „So entspannt habe ich Sie noch nie erlebt. Gleiche Zeit nächste Woche?“
Was macht ein Psychoanalytiker, wenn sein Auto nicht anspringt?
Er setzt sich daneben und fragt: „Erzähl mal von deiner Kindheit. Wie war es damals in Wolfsburg?“
Therapeutin: „Für heute ist unsere Zeit leider um.“ Patient: „Aber ich wollte doch gerade über das Wichtigste reden!“
„Ich weiß. Das Wichtigste kommt bei allen in Minute neunundvierzig.“
Man hält einem Psychologen die Tür auf.
Er bedankt sich freundlich und notiert im Kopf: „Ausgeprägtes Bedürfnis nach Anerkennung.“
Warum gibt es keine Psychologen als Schiedsrichter?
Nach jedem Foul würden sie erst mal fragen, was der Spieler damit eigentlich ausdrücken wollte.
Was ist der Unterschied zwischen einem Philosophen und einem Psychologen?
Der Philosoph fragt: „Was ist der Sinn des Lebens?“ Der Psychologe fragt: „Und warum ist Ihnen das so wichtig?“
Der Therapeut fragt zur Begrüßung: „Was hat Sie heute zu mir geführt?“
„Das Navi. Ohne das hätte ich Ihre Praxis im Hinterhof nie gefunden.“
Was sagt das Kind von zwei Therapeuten, wenn ihm die Eiskugel runterfällt?
„Ich spüre gerade ganz viel Traurigkeit. Und das ist auch okay so.“
Der Patient erzählt eine ganze Stunde lang von seiner Mutter.
Nach der Sitzung ruft der Therapeut erst mal seine eigene an.
Nach drei Jahren sagt der Therapeut: „Ich finde, wir haben gemeinsam viel erreicht.“
Der Patient: „Stimmt. Ich kann jetzt über meine Gefühle reden, und Sie haben einen Wintergarten.“
Was macht ein Psychologe im Urlaub um sechs Uhr morgens am Hotelpool?
Er beobachtet, wer die Liegen mit Handtüchern reserviert, und schreibt ein Buch über Revierverhalten.
Die Therapeutin zum neuen Patienten: „Sie dürfen hier alles sagen, was Ihnen in den Sinn kommt.“
„Gut. Ihre Bilder hängen schief.“
In fast allen Psychologenwitzen sitzt dieselbe Figur im Sessel. Sie hat einen Notizblock auf dem Knie, sagt sehr oft „Mhm“, beantwortet Fragen am liebsten mit einer Gegenfrage und findet in jedem Halbsatz einen Hinweis auf die eigene Mutter. Mit echten Therapeuten hat das ungefähr so viel zu tun wie ein Fernsehkrimi mit echter Polizeiarbeit. Trotzdem erkennt jeder den Typ sofort, aus Filmen, aus Serien oder aus eigener Erfahrung.
Unser Lieblingsbeispiel ist der Witz mit dem Notizblock. Der Therapeut schreibt die ganze Stunde eifrig mit, und als der Patient endlich einen Blick darauf erhascht, steht da eine Einkaufsliste. Der Witz zündet, weil sich jeder, der schon mal in so einem Sessel saß, heimlich gefragt hat, was da eigentlich notiert wird. Wer selbst eine Therapie gemacht hat, lacht über solche Witze über Psychologen oft am lautesten, weil er die Rituale von innen kennt. Witze, die sich über psychische Erkrankungen lustig machen, haben wir bewusst weggelassen.
Kein Satz wird so oft mit Therapeuten verbunden wie dieser. Er ist so bekannt, dass er fast nur noch als Parodie taugt, und in Witzen rutscht er gern ins Privatleben. Etwa wenn die Tochter des Therapeuten mit einer Fünf in Mathe nach Hause kommt und ganz entspannt bleibt, weil zum Glück der Vater fragt. Die Mutter würde vermutlich andere Fragen stellen. Solche Witze kommen auf Familienfeiern gut an, wenn in der Verwandtschaft jemand in einem sozialen Beruf arbeitet. Der lacht dann meistens als Erster und erzählt danach, wie oft er diesen Satz schon gehört hat.
Die Couch gehört zu Psychologenwitzen wie der Bohrer zu den Zahnarztwitzen. Sie geht auf Sigmund Freud zurück, in dessen Wiener Praxis die Patienten auf einem Diwan lagen, während er außer Sichtweite hinter ihnen saß. Das Original steht heute in einem Museum in London. In vielen Praxen sitzt man sich inzwischen in zwei Sesseln gegenüber, aber in Witzen wird weiter gelegen. Der Witz, nach dem man nur deshalb auf der Couch liegt, damit man den Therapeuten nicht auf die Uhr schauen sieht, spielt mit genau dieser Sitzordnung.
Dann ist da die Sache mit der Zeit. Eine Therapiestunde dauert fünfzig Minuten, und außerhalb der Branche versteht kaum jemand, warum eine Stunde dort kürzer ist als anderswo. Dazu kommen die Rechnungen, die in unseren Witzen gern mit dem neuen Wintergarten des Therapeuten zusammenhängen. Besonders mögen wir den Patienten, der sich beschwert, dass sein Gegenüber die ganze Zeit schweigt. Der Therapeut verspricht trocken, gleich etwas zu sagen, und nennt dann den Betrag.
Im Alltag wirft man die Begriffe gern durcheinander, in Witzen sowieso. Ein Psychiater ist Arzt und darf Medikamente verschreiben. Ein Psychologe hat Psychologie studiert, und wer als Psychotherapeut arbeitet, hat danach noch eine lange Zusatzausbildung hinter sich. Für den Humor spielt das kaum eine Rolle. Viele Psychiaterwitze funktionieren genauso gut als Therapeutenwitze, solange einer auf der Couch liegt und der andere zuhört. Wer lieber über Hausärzte, volle Wartezimmer und Diagnosen aus dem Internet lacht, wird bei den Arztwitzen fündig.
Ohne Sigmund Freud gäbe es die Hälfte dieser Witze nicht. Seine Idee, dass vieles im Leben auf die Kindheit und das Verhältnis zu den Eltern zurückgeht, ist längst ein Dauerbrenner für Pointen. Der Freud'sche Versprecher ist das schönste Beispiel. Die Redensart, man sage das eine und meine das andere, kennt jeder, und der Witz tauscht nur ein einziges Wort aus. Damit ist er selbst gebaut wie ein Versprecher. Auch der Psychoanalytiker, der sein streikendes Auto nach dessen Kindheit in Wolfsburg fragt, lebt von dieser Idee.
Die meisten dieser Witze leben von trockener Ruhe. Beim Witz von den zwei Psychologen, die sich auf der Straße „Guten Tag“ sagen, kommt es auf die kleine Pause vor der Pointe an. Erzähl ihn langsam, als wäre es eine ganz normale Begegnung, und lass den zweiten Satz dann beiläufig fallen. Wer diese Art von Humor mag, findet beim Trockenhumor noch mehr davon.
Gut ankommen Psychologenwitze auf Geburtstagen und im Kollegenkreis, besonders wenn jemand aus dem Fach mit am Tisch sitzt. Die meisten Psychologen, die wir kennen, haben einen gesunden Abstand zu ihrem Beruf und kennen die Klischees selbst am besten. Bei Witzen über Paartherapie lohnt sich ein kurzer Blick in die Runde. Auf einer Silberhochzeit ist der Mann, der seine Frau nicht unterbrechen will, ein sicherer Treffer. Beim Paar, das sich gerade trennt, eher nicht. Für die Feier selbst gibt es noch mehr Material bei den Ehewitzen.
Für Kinder sind die meisten Psychologenwitze wenig geeignet, weil ihnen die Erfahrung mit Sitzungen und Rechnungen fehlt. Der Witz mit dem Navi und der mit dem Schiedsrichter funktionieren aber auch am Familientisch, und den mit der heruntergefallenen Eiskugel verstehen schon Grundschulkinder.
Psychologen sind eng mit den Philosophen verwandt. Beide stellen gern Fragen, auf die es keine schnelle Antwort gibt, und beide landen auf Partys irgendwann in einem langen Gespräch in der Küche. Der Unterschied steckt im Blickwinkel. Der Philosoph will wissen, was der Sinn des Lebens ist, der Psychologe interessiert sich eher dafür, warum dich diese Frage so umtreibt. Wer Lust auf noch mehr Grübelei mit Pointe hat, schaut bei den Philosophiewitzen vorbei.