„Herr Ober, in meiner Suppe zappelt eine Fliege!“
„Keine Sorge. Die Spinne auf Ihrem Brot holt sie gleich.“
Kellnerwitze leben von Gästen, die etwas zu meckern haben, und von Kellnern, die schlagfertig zurückgeben. Hier findest du jede Menge Herr-Ober-Witze mit Fliege, Suppe und allem, was sonst noch auf dem Teller landet, dazu Witze über Gäste, Trinkgeld, Reservierungen und den Koch, den man nie zu Gesicht bekommt. Erzählen kannst du sie am besten, während ihr auf das Essen wartet.
„Herr Ober, in meiner Suppe zappelt eine Fliege!“
„Keine Sorge. Die Spinne auf Ihrem Brot holt sie gleich.“
„Herr Ober, was macht die Fliege in meiner Suppe?“
Der Ober beugt sich vor: „Sieht nach Rückenschwimmen aus.“
„Herr Ober, da ist eine Fliege in meiner Suppe!“
„Halb so wild. Die isst nicht viel.“
„Herr Ober, ich warte seit einer halben Stunde auf meine Weinbergschnecken!“
„Die sind schon unterwegs, mein Herr. Aber Sie wissen ja, wie Schnecken sind.“
„Herr Ober, bringen Sie mir bitte das Gleiche wie dem Herrn am Nebentisch.“
„Gern. Aber ich glaube nicht, dass er es freiwillig hergibt.“
„Herr Ober, haben Sie Froschschenkel?“
„Nein, mein Herr. Ich gehe immer so.“
„Herr Ober, mein Teller ist ja ganz nass!“
„Das ist die Suppe.“
„Herr Ober, meine Suppe ist ja eiskalt!“
„Das will ich hoffen. Sie haben Gazpacho bestellt.“
„Herr Ober, was ist denn die Tagessuppe?“
„Die von gestern.“
„Herr Ober, ist das hier Kaffee oder Tee? Es schmeckt wie Spülwasser.“
„Dann ist es Kaffee. Der Tee schmeckt nach Seife.“
Ein Paar betritt das Restaurant. Kein einziger Tisch ist besetzt. Der Kellner fragt streng: „Haben Sie reserviert?“ „Nein.“
Er lässt den Blick über den leeren Saal schweifen und seufzt: „Ich schau mal, was sich machen lässt.“
Gast: „Wie viel Trinkgeld geben die Leute hier normalerweise?“ Kellner: „Zwanzig Euro.“ Der Gast legt zwanzig Euro hin.
Der Kellner strahlt: „Danke! Sie sind der Erste, der das wirklich macht.“
Gast: „Was können Sie mir empfehlen?“
Der Kellner, ganz leise: „Ehrlich gesagt? Die Pizzeria gegenüber.“
Gast: „Richten Sie dem Koch bitte aus, dass es hervorragend war.“
Kellner: „Mach ich gern. Er wird sich wundern, er hat heute nämlich frei.“
„Ich habe einen Tisch auf den Namen Müller reserviert.“ „Welcher Müller? Wir haben heute vier.“
„Der hungrige.“
Welches Wort auf der Speisekarte macht jeden Gast nervös?
„Tagespreis.“
Ein Kellner nimmt die Bestellung für zwölf Personen auf, ganz ohne Block. Der ganze Tisch staunt.
Zwanzig Minuten später kommt alles pünktlich und genau richtig. Nur an den falschen Tisch.
Wann ist ein Kellner am schwersten zu finden?
Wenn du zahlen willst. Vorher fragt er alle fünf Minuten, ob alles in Ordnung ist.
Wie ist die Arbeit zwischen Koch und Kellner aufgeteilt?
Der Koch macht die Fehler. Der Kellner darf sie am Tisch erklären.
Welcher Satz lässt jeden Kellner innerlich zusammenzucken?
„Ich bin ja selbst aus der Gastronomie.“
Zehn Kollegen wollen zahlen. Der Kellner fragt: „Zusammen oder getrennt?“
Eine halbe Stunde später wird immer noch ausgerechnet, wer wie viel vom Brotkorb hatte.
Ein Gast fotografiert sein Essen zehn Minuten lang von allen Seiten.
Dann winkt er den Kellner heran und beschwert sich, dass es kalt ist.
Was sind dreißig Cent Trinkgeld bei einer Rechnung über achtzig Euro?
Kein Trinkgeld. Eine Meinung.
Warum braucht ein Kellner keinen Schrittzähler?
Nach einem Samstagabend melden sich die Füße von ganz allein.
Gast: „Ist hier alles hausgemacht?“
Kellner: „Selbstverständlich. Der Koch hat jede Tüte eigenhändig aufgerissen.“
Gast: „Kann ich hier mit Karte zahlen?“
Kellner: „Natürlich. Der Geldautomat ist gleich um die Ecke.“
Der Kellner hat Geburtstag, und seine Familie lädt ihn zum Essen ein.
Nach zehn Minuten räumt er den Nachbartisch ab. Aus Gewohnheit.
Gast: „Ich hätte gern ein Glas Wasser.“ „Still oder sprudelnd?“ „Leitungswasser, bitte.“
Der Kellner schaut ihn an, als hätte er nach seiner Geheimzahl gefragt.
Was ist der Unterschied zwischen einem Kellner und einem Chef?
Der Kellner fragt wenigstens ab und zu, ob alles in Ordnung ist.
Welche Sportart beherrschen Kellner am besten?
Tablett-Tennis.
Die Herr-Ober-Witze folgen einem festen Muster. Ein Gast ruft empört nach dem Kellner und beschwert sich, meistens über die Suppe. Der Ober antwortet so gelassen, als hätte er die Beschwerde schon tausendmal gehört, und dreht sie dabei einmal komplett um. Das Wort Ober ist übrigens die Kurzform von Oberkellner. Im Restaurant um die Ecke ruft heute kaum noch jemand so, in einem Wiener Kaffeehaus hört man es dagegen bis heute. Ein Beispiel aus Wien steht bei unseren Österreicherwitzen.
Der bekannteste Vertreter dieser Witze ist die Fliege in der Suppe. Den Witz gibt es in unzähligen Varianten, und auch im Englischen beginnt er mit einem empörten Ruf nach dem Kellner. Unser Favorit ist die Variante mit dem Rückenschwimmen. Der Gast fragt, was die Fliege in seiner Suppe macht, und meint damit natürlich, wie sie da hineingekommen ist. Der Ober nimmt die Frage wörtlich, schaut genau hin und beschreibt ihren Schwimmstil. Dieses absichtliche Missverstehen steckt in fast allen Witzen dieser Art.
Der kürzeste Witz unserer Sammlung ist vielleicht der mit dem nassen Teller. Der Gast beschwert sich, der Ober sagt nur „Das ist die Suppe“, und jeder, der schon mal in einem schicken Restaurant eine winzige Portion auf einem riesigen Teller serviert bekommen hat, muss sofort grinsen. Hier reicht ein einziger Satz als Pointe, eine Vorgeschichte braucht es nicht.
Entscheidend ist der Tonfall. Der Gast klingt empört, der Ober bleibt völlig ungerührt, als ginge ihn das alles nichts an. Mach nach der Beschwerde eine kleine Pause und sprich die Antwort so trocken wie möglich. Die kurzen Witze dieser Sorte lassen sich gut hintereinander erzählen, etwa am Stammtisch oder auf der Weihnachtsfeier, wenn das Essen mal wieder auf sich warten lässt. Nach dem dritten oder vierten raten die anderen schon mit, und meistens fällt dann jemandem am Tisch eine eigene Variante ein. Kinder mögen die mit dem Frosch und der Schnecke besonders gern.
Wer einmal gekellnert hat, kann Bücher über Gäste schreiben. Da ist der Herr, der jeden zweiten Satz mit „Ich bin ja selbst aus der Gastronomie“ beginnt. Da ist die Runde, die ihr Essen erst zehn Minuten lang fotografiert und sich dann beschwert, dass es kalt ist. Und da ist der Gast, der Leitungswasser bestellt und dafür einen Blick bekommt, als hätte er nach der Geheimzahl gefragt. Wer seine Teller lieber postet als isst, findet sich vielleicht auch bei den Influencerwitzen wieder.
Unser Lieblingswitz aus dieser Ecke ist die Frage „Zusammen oder getrennt?“ an einem Tisch mit zehn Kollegen. Jeder, der schon mal bei einem Teamessen war, kennt die halbe Stunde danach, in der ausgerechnet wird, wer das zweite Bier hatte und wer nur vom Brotkorb genascht hat. Der Witz übertreibt kaum. Wenn der Chef dann großzügig ankündigt, alles zu übernehmen, wird es kurz still, und alle bestellen schnell noch einen Nachtisch. Weitere Witze über Vorgesetzte findest du bei den Chefwitzen.
Auch rund um Tisch und Rechnung gibt es reichlich Stoff für Restaurantwitze. Der Kellner, der im komplett leeren Lokal streng nach der Reservierung fragt, ist so ein Fall, den viele schon fast genauso erlebt haben. Beim Trinkgeld rundet man hierzulande meist auf und sagt „Stimmt so“. Wer bei achtzig Euro nur dreißig Cent liegen lässt, sendet damit eine Botschaft, die der Kellner sehr genau versteht. Und dass man in manchen Lokalen bis heute nur bar zahlen kann, wundert vor allem Gäste aus dem Ausland. Der Kellner zeigt dann freundlich auf den Geldautomaten um die Ecke.
Zwischen Gast und Küche steht der Kellner und muss beide Seiten aushalten. Der Koch bekommt die Gäste kaum zu sehen, die Gäste den Koch so gut wie nie. Geht etwas schief, darf der Kellner es am Tisch erklären, und hat es geschmeckt, richtet er das Lob aus, auch wenn der Koch an diesem Tag frei hat. Diese Vermittlerrolle kennen auch Handwerker, die erklären müssen, warum die Baustelle länger dauert. Bei den Handwerkerwitzen geht es oft um ganz ähnliche Gespräche.
Unterschätzt wird oft, was der Job körperlich bedeutet. An einem vollen Samstag läuft ein Kellner etliche Kilometer, balanciert drei Teller auf einem Arm und merkt sich nebenbei die Bestellungen ganzer Tischrunden. Im Biergarten heißt der Kellner Bedienung und schleppt zusätzlich mehrere Maßkrüge auf einmal, ein paar Beispiele dafür gibt es bei den Bayernwitzen. Kein Wunder, dass der Kellner im Witz an seinem eigenen Geburtstag aus Gewohnheit den Nachbartisch abräumt.
Ein Tipp aus unserer Redaktion zum Schluss. Wenn du deinem Kellner einen Witz über die Fliege in der Suppe erzählst, rechne damit, dass er ihn schon kennt. Ein ordentliches Trinkgeld hört er dagegen seltener, und darüber freut er sich sicher mehr.
Wer in der Gastronomie arbeitet, hat meist ganz eigene Geschichten auf Lager. Sie handeln von Gästen, die fünf Minuten vor Küchenschluss hereinkommen und nur schnell was Kleines essen wollen, von Tischrunden, die nach dem Bezahlen noch zwei Stunden sitzen bleiben, und von der Achtergruppe ohne Reservierung am Samstagabend. Über unsere Kellnerwitze lachen Leute vom Fach deshalb oft mit einem leicht gequälten Gesicht, weil sie das meiste davon schon selbst erlebt haben.