Was macht ein Hund im Regen?
Er wird nass.
Miese Witze sind schwach mit Ansage, denn die Frage klingt nach einem echten Rätsel, und die Antwort liefert eine Begründung, die nur auf den ersten Blick stimmt. Hier stehen Witze über Brotkrusten, umfallende Wände und Bäcker, die nur deshalb früh aufstehen, damit sie nicht liegen bleiben. Alle sind harmlos und taugen für Kinder genauso wie für die Kaffeeküche im Büro.
Was macht ein Hund im Regen?
Er wird nass.
Warum fährt der Bus?
Weil jemand gefahren hat.
Warum steht die Wand?
Weil sie liegt wenn sie fällt.
Was ist grau und außen grau?
Ein Grauer.
Was macht der Fisch unter Wasser?
Er schwimmt. Das war der Witz.
Was sagt A zu B?
A.
Warum ist der Himmel blau?
Weil er nicht grün ist.
Was fällt aber nicht?
Ein Plan.
Warum hat das Brot eine Kruste?
Damit man weiß wo es aufhört.
Was hat vier Ecken und ist rund?
Nichts. Das war die Aufwärmfrage.
Warum sitzt der Stuhl?
Weil er keine Beine hat. Warte. Er hat Beine. Deshalb steht er.
Was hat ein Hut oben und unten?
Nichts. Er ist ein Hut.
Warum stehen Bäcker so früh auf?
Damit sie nicht liegen bleiben.
„Papa, warum fährt der Zug auf Schienen?“
„Weil auf der Autobahn immer Stau ist.“
Oma: „Warum hat deine Socke ein Loch?“
„Sonst käme ich ja nicht rein.“
Warum haben Tische vier Beine?
Mit zweien würden sie umfallen, und mit fünf würden sie angeben.
Warum hat das Zebra Streifen?
Die Punkte waren schon vergeben.
Ein mieser Witz verspricht ein Rätsel und liefert eine Ausrede. „Warum hat das Brot eine Kruste? Damit man weiß, wo es aufhört.“ Für einen Moment klingt das nach einer Erklärung, und gleich danach merkst du, dass sie gar nichts erklärt. Diese Scheinlogik zieht sich durch fast alle Witze auf dieser Seite. Die Wand steht, weil sie liegt, wenn sie fällt. Der Tisch hat vier Beine, weil er mit dreien wackeln und mit fünf angeben würde. Das ist wirklich schlecht, und trotzdem grinst man, weil man auf so eine billige Ausrede hereingefallen ist.
Dazu kommt die Haltung des Erzählers. Wer einen miesen Witz bringt, weiß genau, was er da tut. Er schaut dich erwartungsvoll an, liefert die Antwort mit vollem Ernst und freut sich über dein Stöhnen. Ein bisschen fühlst du dich veräppelt, und dieses kleine Gefühl ist der eigentliche Witz.
Manche Witze weiter oben treiben das auf die Spitze. Bei der Frage, was vier Ecken hat und trotzdem rund ist, lautet die Antwort „Nichts. Das war die Aufwärmfrage.“ Hier gibt der Erzähler offen zu, dass er dich gerade hereingelegt hat, und tut so, als käme gleich die richtige Frage. Sie kommt natürlich nie.
Bei uns gibt es mehrere Seiten für Witze, die schwach sein wollen, und die Grenzen sind fließend. Ein Flachwitz hat ein echtes Wortspiel, wie die Kuh, die auf Partys einen Muhjito trinkt. Ein Anti-Witz verweigert die Pointe ganz und antwortet einfach wörtlich, etwa dass ein müder Fisch schläft. Schlechte Witze sind der große Sammeltopf für alles, was absichtlich danebengeht.
Miese Witze liegen dazwischen. Sie haben eine Pointe, nur ist diese Pointe eine Begründung, die bloß so tut, als wäre sie eine. Der Zug fährt auf Schienen, weil auf der Autobahn immer Stau ist. Das Zebra trägt Streifen, weil die Punkte schon vergeben waren. Jede dieser Antworten passt zu irgendeiner Frage, nur nicht zu der, die gestellt wurde. Wer es lieber peinlich als platt mag, wird bei den Cringe-Witzen fündig.
Miese Witze sind kindgerecht und kommen ohne Vorwissen aus. Grundschulkinder mögen sie oft besonders, weil sie die Scheinlogik schnell durchschauen und sich dabei schlau fühlen. Die Socke mit dem Loch, durch das man sonst nicht hineinkäme, ist so ein Fall. Erwachsene setzen miese Witze eher gezielt ein, im Gruppenchat am Montagmorgen, als Antwort auf einen besonders guten Witz von jemand anderem oder in der Mittagspause, wenn das Gespräch ins Stocken gerät.
Beim Erzählen gilt eine Regel: keine Entschuldigung vorweg. Wer mit „Der ist jetzt echt schlecht“ anfängt, verschenkt die halbe Wirkung. Stell die Frage, als ginge es um etwas Wichtiges, lass kurz raten und liefere die Antwort, ohne eine Miene zu verziehen. Gut funktioniert auch eine kleine Serie. Erzähl drei miese Witze hintereinander, beim dritten stöhnt der Tisch am lautesten.
Mit Kindern lässt sich daraus ein Spiel machen. Einer stellt eine Warum-Frage, die anderen erfinden die mieseste Begründung, die ihnen einfällt. „Warum ist der Himmel oben?“ „Weil unten schon der Boden ist.“ Wer das lauteste Stöhnen erntet, hat gewonnen. Auf langen Autofahrten hält so eine Runde erstaunlich lange durch, und ganz nebenbei üben die Kinder, um die Ecke zu denken.